Bodenplatte – Aufbau, Kosten, Vor- und Nachteile

Separater

Jedes Gebäude braucht ein Fundament, das es vom Erdreich trennt und auf dem es sicher stehen kann. Je nachdem, wofür sich die Bauherren entscheiden, nimmt dieses Fundament die Form einer Bodenplatte oder eines Kellers mit Kellerbodenplatte an. Kein Wunder also, dass Bodenplatten im Bauwesen eine riesige Rolle spielen. Welche Vorteile der Bau eines Hauses auf eine solche Fundamentplatte hat, welche Kosten für Bauinteressenten entstehen und wie genau sich der Aufbau der Platte gestaltet, wird im Folgenden im Detail erklärt. 

Was ist eine Bodenplatte?

Ist von einer Bodenplatte die Rede, so ist ein plattenförmiges Fundament für ein Haus, eine Garage oder ein anderes Gebäude gemeint. Als gängige Option unter den Fundamentarten Varianten wird die Bodenplatte quasi zwischen Erdreich und Immobilie gebaut und markiert dort sozusagen den Übergang. Sie trennt das Haus vom Untergrund, schützt es zum Beispiel vor dem Einsickern von Grundwasser und erfüllt eine wichtige Funktion in Sachen Dämmung. Auch bei Häusern, die mit Keller gebaut werden, ist eine Bodenplatte – die sogenannte Kellerbodenplatte – vorhanden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird in Bezug auf Bodenplatten auch häufig von einer Flachgründung gesprochen. 

Wie ist eine Bodenplatte aufgebaut?

Eine solide Gründung in Form einer Bodenplatte besteht aus einem mehrschichtigen Aufbau, wobei im Rahmen der Planung mitunter die Tiefe der Fundamentplatte zu berücksichtigen ist. Je kälter die Temperaturen, mit denen in der jeweiligen Lage zu rechnen ist, desto tiefer sollte die Bodenplatte liegen. Daneben richtet sich die erforderliche Tiefe aber auch nach der Baugrund-Beschaffenheit und dem einzelnen Bauwerk. Als Richtwert gilt: An Standorten mit mildem Klima genügen 0,8 m Tiefe, an Standorten mit kälteren Winterzeiten gehört die Platte etwa 1,5 m tief in den Erdboden. Wie genau eine Bodenplatte aufgebaut ist und welche Schritte zur fertigen Gründung führen, wird nun „step by step“ dargelegt:

Schritt 1: Planung des Fundaments

Alles beginnt mit der ausführlichen Planung der Bodenplatte, durch die sichergestellt wird, dass die Platte dem späteren Haus, beispielsweise in puncto Tragfähigkeit und Statik, gerecht wird. Der Fundamentplan, der sämtliche Anforderungen und Ausführungsschritte festhält, muss sowohl vom Statiker als auch vom mit der Ausführung beauftragten Handwerker-Betrieb abgesegnet werden. 

Schritt 2: Aushub der Baugrube

Sobald die Planung abgeschlossen ist, kann es auf der Baustelle zur Sache gehen: Dort wird zunächst ein Schnurgerüst zum Abstecken der Bodenplatten Grundfläche errichtet. Anhand dieser Markierung und unter Berücksichtigung der zuvor ermittelten benötigten Aushubtiefe wird dann die Baugrube ausgehoben. 

Schritt 3: Verlegung der Sauberkeitsschicht

Auf den Boden der Grube wird als nächstes eine Sauberkeitsschicht aufgebracht. Diese Schicht bringt eine erste Stabilität, hält Feuchtigkeit fern und schafft einen sauberen Übergang vom Erdreich zum Baugrund. Verschiedene Arten von Materialien eignen sich zum Einsatz im Rahmen des Verlegens einer Sauberkeitsschicht. Verwendet werden können Sand-Kies-Gemische, Magerbeton, PE Folie (Polyethylen-Folie) oder PVC Schichten. Erforderlich ist eine Höhe der Sauberkeitsschicht von minimal 5 cm, was sich auf den Zustand nach dem Verdichten und Abziehen bezieht. 

Schritt 4: Dämmung der Bodenplatte

Auf die Sauberkeitsschicht folgt die Dämmung, die unterhalb der Bodenplatte aus  Dämmsystemen, welche den individuellen Anforderungen entsprechen, aufgebaut wird. Gängige Dämmmaterialien sind beispielsweise PU Schaum, Mineralfasermatten und Schaumglas. Vereinzelt wird die Dämmung über die Bodenplatte gesetzt oder aber unter- und oberhalb angebracht. Auf den Wärmedämmungsaufbau wird eine sogenannte Trennlage aufgebracht, die in der Regel aus einer Folie besteht. Zusätzlich können Streifen-Fundamente für zusätzlichen Frostschutz integriert werden. 

Schritt 5: Bewehrung

Die Bewehrung einer Bodenplatte gewährleistet, dass das Fundament Bodenbewegungen und verschiedenen einwirkenden Kräften – zum Beispiel Zugkräften, Schubkräften und Torsionskräften – standhält. Die Bewehrung setzt sich aus Stahlkonstruktionen mit Bügeln, Stäben und/oder Matten zusammen und muss zwingend exakt so ausgeführt werden, wie es der Bewehrungsplan laut Prüfstatiker vorsieht. Nur dann bringt die Platte die nötigen Eigenschaften mit, um das Gewicht des Hauses langfristig sicher zu tragen und die einwirkenden Kräfte auszugleichen. 

Schritt 6: Anbringen der Schalung

Bevor mit dem Gießen von Fundamenten begonnen werden kann, wird eine Schalung aufgebaut. Diese besteht zumeist aus Holz und fungiert als Rahmen für alles weitere. 

Schritt 7: Gießen der Fundamentplatte

Zu guter Letzt wird die Bodenplatte aus Beton gegossen: Zum Einsatz kommt hierfür zumeist Fertig-Beton oder Stahlfaser Beton, der in den Schalungsrahmen gepumpt und verteilt wird. Dabei werden Anschlüsse – etwa für Wasser, Abwasser und Strom – entweder bereits integriert oder es werden Leerrohre eingebracht, damit dies später problemlos nachgeholt werden kann.

Ein weiteres wichtiges Thema, das im Zuge der Verlegung einer Bodenplatte bedacht werden muss, ist die Erdung, also der Schutz des Hauses vor Blitzeinschlägen. Zu diesem Zweck werden Fundamenterder rings um das spätere Gebäude im Boden verankert und mit einem Potenzialausgleichelement in der Bodenplatte verbunden. Auf diese Weise werden Spannungen im Fall der Fälle direkt über die Bodenplatte des Gebäudes ins Erdreich abgeleitet. 

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Bodenplatte?

Wie bei so vielem, was rund um den Hausbau anfällt, ist es auch in Sachen Bodenplatte unerlässlich, sich als Bauherr genau mit dem Thema auseinanderzusetzen, um zu einer fundierten Entscheidung zu finden. Denn: Auch eine Bodenplatte hat gewisse Vorteile und Nachteile, die man kennen sollte.  Auf der „Pro“-Seite stehen:

  • Zuverlässiger Schutz gegen Feuchtigkeit
  • Verschiedene Wärmedämmungsoptionen für energieeffiziente Häuser
  • Solide Gewichtsverteilung
  • Zumeist kurze Bauzeiten
  • Auch bei hoch stehendem Grundwasser vergleichsweise günstig möglich
  • Weniger Kosten als beim Bau mit Keller

An dieser Stelle muss eines klar und deutlich gesagt werden: Ja, eine Bodenplatte ist auf den ersten Blick in aller Regel günstiger als ein Keller. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille und bringt nur dann eine wirkliche Ersparnis, wenn dafür nicht mehr Wohnfläche im Haus für Stauraum und Co. benötigt wird. Denn: Während für einen Keller mit Kosten in Höhe von 1.000 € pro qm gerechnet werden kann, kostet die gleiche Fläche innerhalb des Hauses etwa 3.000 €. Aus diesem Grund sollten sich Bauherren ganz genau überlegen, ob und inwiefern sie tatsächlich Geld sparen, wenn sie sich gegen einen Keller und für eine bloße Flachgründung entscheiden. Womit wir auch schon bei den Nachteilen der Bodenplatte wären:

  • Kein Untergeschoss = weniger Nutzfläche
  • Kein Keller zwischen Untergrund und Erdgeschoss = aufwändigere Wärmedämmung nötig

Ob für den eigenen Hausbau nun ein Keller oder eine Bodenplatte die bessere Wahl ist, muss immer im individuellen Fall entschieden werden. Wer sich unsicher ist und selbst wenig Kenntnisse im Bereich des Bauwesens besitzt, sollte in Erwägung ziehen, sich bei der Entscheidungsfindung von einem fachkundigen Experten – zum Beispiel Kellerexperte.com – unterstützen zu lassen. 

Was kostet eine Bodenplatte (pro qm)?

Bei der Berechnung der Kosten für die Gründung fallen verschiedene Aspekte ins Gewicht: Wie groß ist die abzudeckende Grundfläche des Hauses? Welche Eigenschaften (Tiefe, Dicke etc.) muss die Bodenplatte – auch bezüglich der Bodenbeschaffenheit auf dem Grundstück – haben? Wie gestaltet sich das Preisniveau des gewünschten Anbieters? Und auf welche Materialien wird bei Bewehrung, Sauberkeitsschicht und Dämmung gesetzt? Je nachdem, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, ist mit höheren oder niedrigeren Kosten zu rechnen. Als grober Richtwert zur Orientierung kann bei einer 20 cm dicken Standard-Fundamentplatte von etwa 70 bis 100 Euro pro Quadratmeter ausgegangen werden, während eine Thermobodenplatte mit bis zu 150 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlägt. Es gilt aber: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Für den Bauherrn ist es im Sinne einer präzisen Finanzplanung daher unerlässlich, konkrete Angebote einzuholen und die Kosten für das Fundament abgestimmt auf den Einzelfall zu berechnen. 

Wie stark muss eine Bodenplatte sein?

Wie dick die Bodenplatte sein muss, richtet sich danach, welchen Belastungen sie später ausgesetzt sein wird. Je niedriger die Belastung, desto dünner kann in der Regel die Bodenplatte sein. In der Praxis bedeutet das, dass eine Bodenplatte, die lediglich als Fundament für eine Terrasse oder Einfahrt gedacht ist, oftmals nur etwa 20 cm dick sein muss, während die Dicke der Fundamentplatte eines Hauses normalerweise 40 cm oder mehr betragen sollte. Die genaue optimale Dicke variiert in Abhängigkeit von Gewichtsklasse, Funktion und Aufbau eines Gebäudes und hängt teilweise auch von der Untergrund-Beschaffenheit vor Ort ab. Daher ist es unerlässlich, vor dem Hausbau ein Bodengutachten anfertigen zu lassen und einen Profi, im Idealfall einen Statiker, ins Boot zu holen. Dieser Experte ist in der Lage dazu, die perfekte Stärke der Platte unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Faktoren zu ermitteln. 

Dämmung Bodenplatte – Was kommt unter die Bodenplatte?

Welche Materialien für die Dämmung der Fundamentplatte verwendet werden, ist immer im Einzelfall zu entscheiden. Für die Wärmedämmung unter der Bodenplatte kommen Polysterol-Schaum und Dämmschichten aus Mineralfasern infrage, während für die Dämmung über der Platte häufig auf Schaumglas oder Polyurethanschaum zurückgegriffen wird. Einen Sonderfall stellen die sogenannten Thermobodenplatten dar. Diese bieten sich beim Bau von Energiesparhäusern an und verfügen über eine integrierte Flächenheizung. Thermobodenplatten sind in der Lage dazu, Wärme zu erzeugen, zu speichern und abzugeben, wodurch die Energieeffizienz von Häusern mit einer Platte dieser Kategorie besonders gut ausfällt. Aber: Die Kosten für Thermobodenplatten liegen oftmals deutlich über dem, was „normale“ Bodenplatten kosten. 

Können Eigenleistungen erbracht werden?

Die Kosten für ein Haus stellen für viele Bauherren eine immense finanzielle Belastung dar: Es muss ein Kredit aufgenommen werden, den es im Anschluss über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg abzubezahlen gilt. Es ist folglich nur logisch, dass Bauherren sich nach Möglichkeiten umsehen, den Gesamtpreis für das Haus zu reduzieren. Im Hinblick auf die Bodenplatte – egal ob mit oder ohne Keller – wird so häufig in Betracht gezogen, einige einfachere Arbeiten selbst zu übernehmen, um sich die Arbeitskosten für den Profi-Einsatz an dieser Stelle zu sparen. Dann ist von Eigenleistung die Rede. Sofern der Bauherr über die nötigen Kenntnisse verfügt, ausreichend Zeit hat und handwerklich geschickt ist, stellt das Erbringen von Eigenleistung durchaus eine gute Option zur Verringerung der Kosten dar. Wichtig ist es jedoch, die eigenen Fähigkeiten realistisch und selbstkritisch einzuschätzen, und sich davon ausgehend ganz genau zu überlegen, ob es im jeweiligen Fall sinnvoll ist, auf Eigenleistung zu setzen. Denn: Von niedrigeren Kosten hat man im Endeffekt wenig, wenn die selbst erledigten Arbeiten ein qualitativ minderwertiges Ergebnis zur Folge haben. 

Welche Bodenplatten Anbieter gibt es?

In Deutschland gibt es jede Menge Unternehmen, die sich auf Fundamente spezialisiert haben und Aufträge zur Errichtung von Bodenplatten annehmen. Die Firmen laufen zumeist unter dem Begriff Kellerbauer, was allerdings keinesfalls bedeutet, dass sie nur dann anrücken, wenn ein Keller gebaut werden soll. Die große Mehrheit der Kellerbauunternehmen kümmert sich selbstverständlich auch um den Aufbau von Bodenplatten ganz ohne Keller. Zu den großen deutschen Kellerbauern gehören die Firmen Südwest Keller, Knecht, Glatthaar und Denner, wobei die Auswahl im Gesamten riesig ist. Wer ein Haus bauen möchte, sollte sich also mit verschiedenen Anbietern auseinandersetzen, gegebenenfalls mehrere Angebote einholen und Vergleiche anstellen, um das optimal passende Unternehmen für das jeweilige Bauprojekt zu finden. Dabei kann die Seite Kellerexperte.com behilflich sein. Dort finden Bauherren wichtige Infos zu verschiedenen Anbietern übersichtlich zusammengestellt und haben bei Bedarf die Möglichkeit, direkt Kontakt zu den Fundamentplatten- und Keller-Profis aufzunehmen. 

Bodenplatten FAQs

Warum Folie unter einer Bodenplatte?

Die Folie unter der Bodenplatte stellt eine Feuchtigkeitssperre in beide Richtungen dar: Einerseits schützt sie die darüberliegenden Schichten vor einsickerndem Grundwasser, andererseits – und das ist die eigentliche Hauptaufgabe der Folie – hindert sie die Feuchtigkeit im Beton daran, in den Untergrund abzufließen, bevor der Beton gebunden ist. 

Was kommt unter ein Fundament?

Unter die Beton Bodenplatte kommt zunächst eine Sauberkeitsschicht, zum Beispiel aus Kies und Sand. Darauf folgen Dämmungselemente, auf die wiederum die Bewehrung aufbaut. 

Was kostet eine 100 qm Bodenplatte?

Richtet man sich nach durchschnittlichen Werten und geht von einer Beton Bodenplatte für mittlere Belastungen und ohne Thermosystem aus, welche pro Quadratmeter etwa 100 € kostet, würde die 100 qm Bodenplatte preislich bei 10.000€ liegen. Da sich der Preis jedoch stark nach unterschiedlichen Einflussfaktoren, wie etwa nach dem Gewicht des Bauwerks, richtet, müssen die Kosten immer abgestimmt auf den Einzelfall berechnet werden. 

Fazit: Dank Beratung zur optimalen Bodenplatte

Konfrontiert mit den vielen verschiedenen Möglichkeiten, jeder Menge Fach-Begriffe und den zahlreichen einflussnehmenden Faktoren, die es rund um die Bodenplatte zu kennen gilt, fühlen sich viele Bauherren schnell überfordert. Logisch, schließlich sind die wenigsten Hausbesitzer in spe wirklich vertraut mit der Thematik. Zum Glück muss man als Bauherr kein Bodenplatten-Experte sein, um die richtigen Entscheidungen treffen und zur optimalen Bodenplatte finden zu können. Schließlich gibt es genau hierfür Profis – zum Beispiel bei Kellerexperte.com – , die einem beratend zur Seite stehen und mit ihrem Fachwissen dazu beitragen, dass das künftige Eigenheim auf einem sicheren Fundament steht.

Falls sie mehr über das Thema Bauen erfahren möchten und was es dabei zu beachten gilt, dann sollten Sie einen Blick auf meine Homepage werfen. Hier finden Sie viele weitere interessante Informationen. 

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